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      Leon Zelman s. A.      
 
    Leon Zelman wurde am 12.6.1928 in Szczekociny, Polen, geboren. Er überlebte das Ghetto von Lodz und die Konzentrationslager von Auschwitz und Mauthausen-Ebensee, wo er am 6. Mai 1945 von den Amerikanern befreit wurde. Leon Zelman verlor seine ganze Familie in der Shoah.

Nach Spitals- und Regenerationsaufenthalt in Bad Ischl und Bad Goisern kam Leon Zelman 1946 nach Wien. Er besuchte die Maturaschule und nahm 1949 das Studium der Zeitungswissenschaften auf, das er 1954 mit dem Doktorat abschloss. Während seiner Studienzeit war Leon Zelman führender Funktionär der Jüdischen Hochschülerschaft, zunächst als Sozialreferent und von 1953-1959 als deren Präsident. 1951 war Leon Zelman unter den Mitbegründern der Zeitschrift Das Jüdische Echo.

1963 übernahm Leon Zelman vom Österreichischen Verkehrsbüro die Leitung des Reisebüros City, um den Israel- Tourismus aufzubauen.

Leon Zelman war viele Jahre Chefredakteur der Zeitschrift Das Jüdische Echo, das von einem kleinen Mitteilungsblatt der Jüdischen Hochschülerschaft zu einer bedeutenden Zeitschrift für Kultur und Politik im deutschsprachigen Raum aber auch in Übersee wurde. 1995 erfolgte gemeinsam mit Armin Thurnher, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter, die Veröffentlichung der Autobiographie "Ein Leben nach dem Überleben", die auch in den USA erschien.

1995 wurde auch die Leon- Zelman- Halle, im Rehavia Gymnasium, im ältesten Gymnasium in Jerusalem, eröffnet. Sie dient als Begegnungsort für jüdische, moslemische und christliche Jugendliche und wurde mit Leon Zelmans Dr. Karl-Renner-Preis-Geld und Sponsoren-Geldern finanziert.

Leon Zelman erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde vielfach geehrt - u.a. bekam er 2001 den Ehrenring der Stadt Wien, 2004 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie den Humanitarian Achievment Award 5764 des Rabbinical Center of Europe
, 2007 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark .

Leon Zelman verstarb am 11. Juli 2007

Am 11. Juli 2008 wurde von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Beisein von Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner, dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sowie dem Publizisten Ari Rath am Wiener Palais Epstein eine Gedenktafel für Leon Zelman enthüllt. Leon Zelman hat lange für die Einrichtung eines "Hauses der Geschichte" in dem zum benachbarten Parlament gehörenden Palais gekämpft.

Die 2006 von Leon Zelman gemeinsam mit der Historikerin Brigitte Hamann initiierten "Epstein-Vorlesungen" werden bis heute fortgeführt. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die verschiedenen Aspekte, die mit dem Palais Epstein und seiner Geschichte in Verbindung stehen, sowohl aus persönlicher als auch aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten.

Gedenktafel

Gedenktafel für Leon Zelman s. A. am
Wiener Palais Epstein (Foto: © Carina Ott)


  Leon Zelman

Leon Zelman, 1928–2007, © Michael Kammeter

Leon Zelman

Leon Zelman präsentiert das Jüdische Echo (in seinem Büro am Stephansplatz), © Nora Schuster

Leon Zelman

Teddy Kollek und Leon Zelman, Jerusalem 1995

Leon Zelman

Leon Zelman im Gespräch mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer im Rathaus anlässlich 25 Jahre Jewish Welcome Service, 2006; © Media Wien